Kennzahlen & Tests
Teil von Bindungsprogramme testen
Erinnerungen mit und ohne Anreiz vergleichen
So prüfen Sie, ob ein zusätzlicher Anreiz gegenüber derselben Erinnerung mehr gültige Käufe und wirtschaftlichen Beitrag bringt.
Ob ein Anreiz zusätzlich hilft, zeigt der Vergleich zweier Erinnerungen mit gleichem Anlass, Kontaktweg und geplantem Versandzeitpunkt. Der beabsichtigte Unterschied ist der klar beschriebene Vorteil. Entscheidend sind gültige zusätzliche Ergebnisse und der Beitrag nach Rabatt und relevanten Kosten je ursprünglich zugeteilter Person. Eingelöste Gutscheine allein beantworten die Frage nicht.
Die Zusatzfrage eingrenzen
Angenommen, ein Shop erinnert an eine mögliche Nachbestellung. Variante A lädt dazu ein, den Vorrat zu prüfen. Variante B enthält dieselbe Kernbotschaft und zusätzlich einen Preisnachlass.
Der Vergleich fragt, ob der Anreiz gegenüber der Erinnerung ohne Nachlass genügend zusätzlichen Nutzen bringt. Er beantwortet nicht, ob die Erinnerung besser ist als keine Nachricht; dafür wäre eine weitere Vergleichsgruppe nötig.
Legen Sie vorab fest, welche Käufe zählen und wie Stornierungen und Retouren behandelt werden. Ein rabattierter Kauf kann lediglich vorgezogen sein. Das Beobachtungsfenster sollte deshalb, soweit zur Kaufaufgabe passend, auch die Zeit nach der Aktion erfassen.
Varianten vergleichbar halten
Bestimmen Sie geeignete Kunden vor Kenntnis späterer Käufe und teilen Sie sie zufällig zu. Bewahren Sie die Zuordnung auch, wenn ein Kunde nicht kauft oder die Nachricht nicht erhält. Mehrere Profile derselben Person sollten nicht beide Fassungen erhalten. Nach einem neuen passenden Kauf entfällt eine noch geplante Erinnerung in beiden Gruppen nach derselben Regel.
Produktbezug, Empfängerregel, wesentliche Formulierung, Kanal und geplanter Zeitpunkt sollen gleich sein. Beschreibung und Bedingungen des Vorteils müssen in der Anreizvariante zusätzlich erscheinen. Ändert sich dort auch die Dringlichkeit der Botschaft, wird diese Änderung mitgetestet. Halten Sie solche unvermeidbaren Unterschiede fest, statt die Wirkung allein dem Rabatt zuzuschreiben.
Eine frühere Bestellung oder die Teilnahme am Test erlaubt keinen werblichen E-Mail-Versand. Für konkreten Inhalt und Empfängerkreis sind die Voraussetzungen des § 7 UWG zu prüfen; seine Bestandskundenausnahme gilt nur, wenn alle Bedingungen erfüllt sind.
Käufe und Beitrag gemeinsam beurteilen
Berichten Sie für alle ursprünglich Zugeordneten den Anteil mit gültigem Kauf und den wirtschaftlichen Beitrag über dasselbe Fenster. Für die Beitragsrechnung nutzen Sie Erlöse nach Nachlass und Erstattungen und ziehen die relevanten variablen Kosten ab.
Ein bereits im verminderten Erlös enthaltener Rabatt darf nicht noch einmal als Ausgabe abgezogen werden. Zusätzliche Kosten für Einrichtung, Versand oder Abwicklung des Anreizes gehören ebenfalls in die Entscheidung.
Beobachtung / Tragfähige Aussage
- Mehr Gutscheine eingelöst
- Der Vorteil wurde genutzt; zusätzliche Käufe sind damit nicht belegt.
- Mehr Käufe nur während der Aktion
- Eine frühe Reaktion ist sichtbar; eine spätere Verschiebung bleibt möglich.
- Höherer Beitrag je zugeteilter Person über das passende Fenster
- Das spricht unter den getesteten Bedingungen für wirtschaftlichen Zusatznutzen.
- Mehr Abmeldungen oder Beschwerden
- Ein möglicher Nachteil muss mitbeurteilt werden.
Zeigen Sie den geschätzten Unterschied samt Unsicherheit. Ist er unklar, ist die Variante mit dem höheren Einzelwert noch kein verlässlicher Sieger. Die Entscheidung kann lauten, den Anreiz beizubehalten, ihn zu ändern oder bei der Erinnerung ohne Preisnachlass zu bleiben. Sie gilt zunächst für die getesteten Kunden, Produkte und Bedingungen.
Wichtige Kriterien zur Beurteilung von Erinnerungen mit Anreiz
- Gültige Käufe (anteilig)
- Anteil der ursprünglich Zugeordneten mit gültigem Kauf
- Wirtschaftlicher Beitrag je Person
- Erlös nach Rabatt – Erstattungen – relevante variable Kosten
- Zusätzliche Kosten für Anreiz
- Einrichtung, Versand, Abwicklung des Rabatts
- Beobachtungsfenster
- Zeitraum nach der Aktion zur Erfassung von Vorverlegung und Nachhaltigkeit


