
Lebenszyklus-Kommunikation
Teil von Wiederkauf und Nachbestellung
Nachbestellintervalle aus echten Käufen ableiten
Ein Nachbestellintervall beschreibt beobachtetes Kaufverhalten, nicht den sicheren Verbrauch eines Produkts. Wer es aus zwei Bestelldaten ableitet, erhält zunächst …
Ein Nachbestellintervall beschreibt beobachtetes Kaufverhalten, nicht den sicheren Verbrauch eines Produkts. Aus zwei Bestelldaten ergibt sich zunächst nur ein Abstand. Ob dieser Abstand für eine Erinnerung taugt, zeigt sich erst an mehreren sauberen Kaufreihen.
Die passende Kaufreihe bauen
Wählen Sie eine Produktgruppe, deren Artikel austauschbar oder vergleichbar verbraucht werden. Geschenkartikel, Probiergrößen und Standardpackungen gehören nicht in denselben Rhythmus.
Verwenden Sie abgeschlossene Käufe mit Datum, Produktvariante und Menge. Testbestellungen, Stornierungen und Rückgaben entfernen oder markieren Sie. Neben Käufen fließen auch Erstattungen ein, sonst entsteht ein falsches Bild der tatsächlich behaltenen Ware.
Sortieren Sie die Käufe je Kunde chronologisch. Berechnet werden nur Abstände zwischen aufeinanderfolgenden passenden Käufen. Ein Kunde mit einem einzigen Kauf hat noch kein beobachtetes Wiederkaufintervall.
Ein Kauf außerhalb des erfassten Shops bleibt unsichtbar und darf nicht als „kein Verbrauch“ interpretiert werden.
Nicht nur den Durchschnitt lesen
Stellen Sie die Abstände als Verteilung dar: frühe, typische und späte Wiederkäufe. Der Durchschnitt kann durch wenige sehr lange Pausen verzerrt werden; der Median ist robuster, ersetzt aber nicht den Blick auf Spannweite und Ausreißer. Kundengruppen trennen Sie nur bei sachlicher Erklärung, etwa unterschiedliche Packungsgrößen oder erkennbare B2B-Sammelkäufe.
Eine einfache Arbeitstabelle enthält Kundenkennung, Produktgruppe, Kaufdatum, Netto-Stückzahl, Abstand zum vorigen Kauf und Ausschlussgrund. Die Kennung muss für diese Auswertung nicht als Klarname erscheinen. Dokumentieren Sie außerdem den Zeitraum, den Ihre Daten abdecken; ein kurzes Beobachtungsfenster schneidet längere Kaufzyklen ab.
Aus dem Intervall einen Zeitpunkt machen
Für eine erste Erinnerung eignet sich eher ein Fenster als ein exakter Tag. Liegen viele Wiederkäufe zwischen Woche acht und zwölf, kann ein Hinweis vor diesem Fenster sinnvoll sein. Das ist eine Hypothese, keine individuelle Verbrauchsmessung. Nach einem neuen Kauf verschieben Sie die Erinnerung, bei bereits laufender Bestellung entfällt sie.
Prüfen Sie später, ob erinnerte Kunden tatsächlich häufiger oder früher kaufen als vergleichbare nicht erinnerte. Ohne solchen Vergleich lässt sich aus einer Bestellung nach der Nachricht kein Zusatznutzen ableiten. Halten Sie die Intervallregel einfach genug, dass eine Fachperson sie anhand echter Kaufreihen erklären und korrigieren kann.

