Kundenphasen aus Verhalten ableiten: Eintrittsereignis muss dokumentiert sein, z. B. erste Kernaufgabe erledigt.; Übergänge zwischen Phasen müssen klar definiert sein, z. B. nach Kündigung angekündigt.; Datenlücken führen zu Phase „unbekannt“, nicht automatisch zu „inaktiv“.
Bild: Kundenbindung

Segmentierung

Teil von Kundenbindung entlang des Kundenlebenszyklus

Kundenphasen aus beobachtbarem Verhalten ableiten

Kundenphasen mit beobachtbaren Ereignissen definieren: Eintritt, Übergang, Datenlücken und Grenzfälle nachvollziehbar festhalten.

Eine Kundenphase sollte aus einer dokumentierten Handlung oder einem klaren Vertragszustand entstehen, nicht aus einer vermuteten Stimmung.

Definieren Sie je Phase ein Eintrittsereignis, einen möglichen Übergang und Fälle, in denen die Daten keine sichere Zuordnung erlauben.

So wird aus dem Phasenmodell eine überprüfbare Arbeitsregel.

Mit der Entscheidung beginnen

Fragen Sie zuerst, wofür die Phasen gebraucht werden: Soll ein Serviceteam offene Einführungsprobleme erkennen, ein Händler Erstkauf und weiteren Kauf unterscheiden oder bei einem Vertrag eine anstehende Verlängerung prüfen? Diese Entscheidungen benötigen verschiedene Ereignisse. „Neu“, „aktiv“ und „inaktiv“ reichen ohne Definition nicht aus.

Schreiben Sie die möglichen Zustände in Alltagssprache auf. Für einen laufend genutzten Dienst könnten das „Zugang eingerichtet“, „erste Kernaufgabe erledigt“, „Kernaufgabe erneut erledigt“ und „Nutzungspause zur Prüfung“ sein. Welche Aufgabe als Kernaufgabe zählt, hängt vom Angebot ab.

Ereignisse und Datenqualität prüfen

Zu jedem Zustand gehören vier Angaben: das auslösende Ereignis, sein Zeitpunkt, eine verlässliche Kundenkennung und die Datenquelle. Prüfen Sie, ob die Handlung vollständig erfasst wird. Ein Web-Ereignis kann fehlen, wenn eine Leistung telefonisch oder vor Ort erbracht wurde. Eine Anmeldung zeigt nicht, ob der Kunde seine Aufgabe lösen konnte.

Für Käufe sollten stornierte und erstattete Vorgänge nicht ungeprüft als fortgesetzte Beziehung gelten. Für Verträge kann eine Verlängerung aus einem anderen System stammen als die Nutzung. Lassen sich Daten nicht verlässlich zusammenführen, kennzeichnen Sie die Phase als unbekannt, statt eine Datenlücke als Inaktivität auszulegen.

VorgangMögliche PhasenänderungGrenze der Aussage
Erster gültiger KaufZur Phase „Erstkäufer“Noch kein Hinweis auf Wiederkauf
Erste erledigte KernaufgabeVom Einstieg zur erfassten NutzungNutzen aus Kundensicht kann weiter offen sein
Weitere passende HandlungFortgesetzte Nutzung oder weiterer KaufHäufigkeit muss zum Bedarf passen
Kündigung angekündigtVertrag endet möglicherweise späterDer tatsächliche Endzeitpunkt und der Grund bleiben zu prüfen
Vertragsende bestätigtVertragsphase beendetEine spätere Rückkehr bleibt möglich

Ereignisse und ihre Aussagekraft für Kundenphasen

Erster gültiger Kauf
Zur Phase „Erstkäufer“
Erste erledigte Kernaufgabe
Vom Einstieg zur erfassten Nutzung
Weitere passende Handlung
Fortgesetzte Nutzung oder weiterer Kauf
Kündigung angekündigt
Vertrag endet möglicherweise später
Vertragsende bestätigt
Vertragsphase beendet

Übergangsregeln eindeutig machen

Legen Sie fest, welches Ereignis Vorrang hat, wenn mehrere am selben Tag auftreten. Eine neue Bestellung kann eine geplante Erinnerung überflüssig machen. Eine unmittelbar stornierte Bestellung sollte den Kunden nicht dauerhaft als Wiederkäufer ausweisen.

Halten Sie fest, wann eine Information eingetroffen und wann die Regel angewendet worden ist. Sonst kann eine später erfasste Erstattung in rückblickenden Berichten wie bereits früher bekannt wirken.

Eine Pause benötigt eine eigene Definition. Bei täglicher Nutzung kann sie früh auffallen; bei selten benötigten Leistungen kann dieselbe Kalenderdauer normal sein. Nutzen Sie vergleichbare Kundenaufgaben und ausreichend Beobachtungszeit.

Bei einem einzigen bisherigen Kauf gibt es keinen individuellen Wiederkaufrhythmus. „Noch nicht beurteilbar“ kann dann die sachlich richtige Zuordnung sein.

Prüfen Sie die Regeln an einigen anonymisierten Verläufen: Ergibt die Zuordnung fachlich Sinn? Springt ein Kunde wegen eines technischen Doppelereignisses zwischen Phasen? Fehlt ein Abschluss aus einem anderen Kanal? Dokumentieren Sie Korrekturen mit Datum, bevor Phasen für Maßnahmen oder Berichte verwendet werden.

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