Unwirtschaftliche Rückgewinnung erkennen: Beitrag je Kunden in Maßnahmengruppe minus Vergleichsgruppe minus Programmkosten; Zusätzlicher Beitrag muss über negativem Fenster liegen, um wirtschaftlich zu sein; Kunden mit normaler Kaufpause sollten nicht zu breit in Zielgruppe enthalten sein
Bild: Kundenbindung

Kennzahlen & Tests

Teil von Kunden zurückgewinnen

Unwirtschaftliche Rückgewinnung erkennen

Prüfen Sie zusätzlichen Beitrag, Rabattwirkung und vorgezogene Käufe, bevor Sie eine Rückgewinnungsmaßnahme fortsetzen.

Wirtschaftlich fraglich ist eine Rückgewinnungsmaßnahme, wenn ihr zusätzlicher Beitrag die zusätzlichen Kosten nicht trägt. Zur Entscheidung reichen viele zurückgekehrte Kunden oder hoher Aktionsumsatz nicht aus: Einige hätten ohnehin wieder gekauft, und ein Nachlass senkt den Beitrag der betroffenen Käufe.

Eine gemeinsame Rechengröße festlegen

Wählen Sie vor der Maßnahme einen Beobachtungszeitraum, der zum normalen Kaufverhalten passt. Berechnen Sie je ursprünglich zugeordnetem Kunden den Beitrag der Käufe: Erlöse nach Rabatten und Erstattungen, einschließlich vereinnahmter Versandentgelte, soweit relevant, abzüglich der für diese Entscheidung relevanten variablen Waren-, Zahlungs-, Versand-, Retouren- und Servicekosten.

Steuern, die nur durchgereicht werden, sind kein Erlös. Verwenden Sie dieselbe Definition für Maßnahme und Vergleichsgruppe.

Die vereinfachte Entscheidungsgröße lautet: Beitrag je zugeteilter Person in der Maßnahmengruppe minus Beitrag je zugeteilter Person in der vergleichbaren Gruppe ohne Maßnahme minus zusätzliche Programmkosten je zugeteilter Person.

Zu den Programmkosten zählen etwa Kontakt und Durchführung. Der Rabatt ist bereits im Erlös nach Rabatt enthalten und darf nicht nochmals abgezogen werden. Bleibt die geschätzte Differenz über ein passendes Fenster negativ, spricht das gegen die Maßnahme in ihrer getesteten Form.

Ohne geeignete Vergleichsgruppe lässt sich der zusätzliche Beitrag nicht verlässlich bestimmen. Dann ist eine Rechnung nur eine Szenarioanalyse mit offengelegten Annahmen über Käufe, die auch ohne Maßnahme stattgefunden hätten.

Typische Fehlurteile prüfen

BeobachtungWarum sie täuschen kannNächste Prüfung
Viele Gutscheine eingelöstAuch ohnehin kaufbereite Kunden können den Rabatt nutzenBeitrag je ursprünglich zugeteilter Person vergleichen
Umsatz unmittelbar nach Versand gestiegenKäufe könnten zeitlich vorgezogen seinZum Kaufzyklus passendes längeres Fenster betrachten
Hoher BestellwertRabatt, Rückgaben und variable Kosten fehlen nochBeitrag nach allen relevanten Korrekturen berechnen
Rückkehr nur bei hohem NachlassDie Vergünstigung kann den Mehrbeitrag aufzehrenGeringeren oder anderen Anreiz prüfen
Viele Kontakte ohne ReaktionKontaktkosten steigen ohne sichtbare KaufwirkungZielgruppe und Anlass neu prüfen oder Kontakt beenden

Wer nur Käufer betrachtet, blendet erfolglose Kontakte aus. Trennen Sie neue von bloß zeitlich verschobenen Bestellungen: In einer kurzen Aktionswoche können beide gleich aussehen.

Entscheiden, wo eine Korrektur möglich ist

Ein negatives Ergebnis kann verschiedene Ursachen haben: eine zu breite Zielgruppe mit vielen Kunden in normaler Kaufpause, ein Angebot, das den Verlustgrund verfehlt, oder zusätzliche Käufe bei zu hohem Nachlass. Prüfen Sie diese Möglichkeiten getrennt, bevor Sie die Maßnahme ändern.

Setzen Sie vor einem weiteren Versuch eine klare Bedingung: Welcher zusätzliche Beitrag wäre mindestens nötig, welche Kosten dürfen entstehen und wann endet die Beobachtung?

Eine Maßnahme kann sich für eine abgegrenzte Kundengruppe rechnen und für eine andere nicht. Kleine Gruppen und kurze Zeiträume liefern jedoch unsichere Schätzungen; behandeln Sie knappe Unterschiede vorsichtig.

Beenden Sie eine Maßnahme, wenn sich trotz geeigneter Prüfung kein tragfähiger Zusatzbeitrag zeigt oder das zugrunde liegende Problem ungelöst bleibt. Eine notwendige Servicekorrektur kann einen eigenen Zweck haben und sollte nicht als erfolgreicher Rabattverkauf verbucht werden.

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